Berufsordnung
Code de
déontologie
Foto/Photo Cover: Vadim Frosio
Codice
deontologico
www.psychologie.ch
Föderation der Schweizer
Psychologinnen
und Psychologen FSP
Fédération Suisse
des Psychologues FSP
Federazione Svizzera
delle Psicologhe
edegli Psicologi FSP
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Präambel
DieBerufsordnung bezweckt,die Ethikund Qualität
derpsychologischen Leistungen zu gewährleisten,das
Vertrauen zwischen Psychologinnen undPsychologen
undihren Klientinnen undKlientenbzw.ihren Pati-
entinnen undPatientenzufördern, dasAnsehender
Psychologieberufe zu wahren unddie Öffentlichkeit
vormissbräuchlicher Anwendung derPsychologiezu
schützen (Art.2Abs.2FSP-Statuten).
Psychologinnen undPsychologen wendenihr psycho-
logischesFachwissenauf menschliches Erlebenund
Verhalteninverschiedenen Kontextenanund entwi-
ckelnesständigweiter. Zu ihrenTätigkeiten gehören
psychologischeBeratung, Betreuung, Psychotherapie,
Diagnostik,Begutachtungsowie Lehreund Forschung.
Ziel ihres professionellen Handelns istes, dasWohlbe-
finden unddie psychischeGesundheitder Menschen
zu fördernund zur Verbesserung ihrerLebensbedin-
gungen beizutragen. Psychologinnen undPsychologen
tragen alsFachpersonen fürdie psychischen Belange
desMenschen eine besondere Verantwortung fürdie
ihnen anvertrautenPersonen.
DieBerufsordnung schütztdie Rechte unddie Integri-
tätaller Personen,die in eine psychologischeTätigkeit
einbezogen oder direkt davonbetroffen sind.Insbeson-
dere gilt dies fürKlientinnen undKlientenbzw.Patien-
tinnen undPatienten, dieeinepsychologische Leistung
in Anspruch nehmen,für Teilnehmende derAus-, Wei-
ter- undFortbildung in Psychologie sowiefür Versuchs-
personen derpsychologischen Forschung.
DieBerufsordnung istfür Psychologinnen undPsycho-
logen verbindlich. SiemüssenihreBerufsausübungan
dendarin verankertenethischen Standardsorientieren.
Mitdem Beitritt zurFSP verpflichtetsichjedes Mit-
gliedzur Einhaltung derBerufsordnung.Bei Verstös-
sengegen dieBerufsordnung kann eine Beschwerde
gegen dasbetreffende Mitglied beider FSPeingereicht
werden. Mitglieder undOrganeder FSPsetzensichda-
fürein,dassGehaltund Tragweite derBerufsordnung
bekanntwerden.
DieBerufsordnung orientiertsichanden berufs-
ethischen Prinzipien derEuropäischen Föderation
derPsychologie-Verbände (EFPA):Achtung derWürde
undRechteder Person,Kompetenz,Verantwortung
undIntegrität1.Basierend aufdiesenethischen Prin-
zipien enthältdie BerufsordnungvierTeile:einleitende
Bestimmungen zumGeltungsbereich undzum Verhält-
nisder Berufsordnungzuanderen Erlassen (1.Teil),
allgemeine Regelnder Berufsausübung, dieinallen
Bereichen psychologischer Tätigkeitzur Anwendung
kommen (2.Teil),besondere Regelnfür bestimmte
psychologischeTätigkeiten undBerufe(3. Teil), und
Schlussbestimmungen zumVorgehenbei Verstössen
gegen dieBerufsordnung undzuderen Inkrafttreten
(4.Teil).
DieFSP bietet ihrenMitgliedern beiberufsethischen
Fragestellungen Beratung undUnterstützung an.Sie
erlässtein Beschwerdereglement, dasdie Behandlung
vonBeschwerdengegen Mitglieder wegenVerstosses
gegen dieBerufsordnung regelt.
Ethische Prinzipien
Dieberufsethischen Prinzipien stützensichauf den
Meta Code of Ethics der European Federation of Psycho-
logists’ Associations EFPA.Sie bilden dieGrundlagefür
dienachfolgenden Bestimmungen derBerufsordnung.
1. Achtungder Würdeund derRechteder Person
DieMitgliederachtenund schützen dieGrundrechte,
dieWürde undden Wert allerMenschen. Sierespektie-
reninsbesondere derenRecht aufAutonomie undSelbst-
bestimmung, aufVertraulichkeit undPrivatsphäre.
2. Kompetenz
DieMitgliederstellen einen möglichsthohen Kompe-
tenzstandard ihrerpsychologischen Tätigkeitsicher
underhaltendiesenaufrecht.Sie sind sich derGrenzen
1European Federation of Psychologists’ Associations EFPA: Meta-
Code of Ethics, Granada 2005 (siehe www.efpa.eu >Ethics).
Berufsethische Richtlinie für
FSP-Mitglieder (Berufsordnung)
Dievorliegende Berufsordnungsetzt
sich auseiner Präambel undaus fünf
Teilen zusammen:1)EthischePrinzipien,
2) EinleitendeBestimmungen, 3) Allge-
meineGrundsätzeder Berufsausübung,
4) Berufspflichtenfür bestimmtepsycho-
logische Tätigkeitenund Berufe,sowie
5) Schlussbestimmungen.
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ihrerKompetenzen,ihres Fachwissensund ihrerMög-
lichkeiten bewusst. Entsprechendwendensie nurVer-
fahren,Methodenund Technikenan, fürdie siedurch
Aus-,Weiter- undFortbildung oder durchErfahrung
qualifiziert sind.
3. Verantwortung
DieMitgliedersindsichihrer professionellen Verant-
wortung gegenüber ihrenKlientinnen undKlienten,
ihrenPatientinnen undPatienten, ihrenKolleginnen
undKollegen sowiegegenüber derGesellschaftbe-
wusst. Sievermeiden es,Schaden zuzufügen,und sind
fürihr Handelnverantwortlich.
4. Integrität
DieMitgliederzeigen beiihrer Berufsausübung, seies
in Praxis,Lehre oder Forschung, eine integrepersön-
licheHaltung.Sie verhaltensichrespektvoll,fairund
glaubwürdig.Gegenüber denjeweiligen Betroffenen
erklären sieihreBerufsrolle undhandeln in Überein-
stimmungdamit.
1. Teil EinleitendeBestimmungen
Art. 1Geltungsbereich
DieseBerufsordnung istfür jedesMitgliedder FSP
verbindlich, soweiteseinepsychologische Tätigkeit
ausübt oder sein VerhaltenAuswirkungen aufseine
Tätigkeitals Psychologin oder Psychologehaben kann.
Art. 2VerhältniszuBerufsordnungen vonGlied-
verbänden
Regeltdie Berufsordnungder FSPeineFrage nicht
undenthält dieBerufsordnung desGliedverbandes des
betreffenden Mitgliedes dazu eine Antwort, so findet
diesesubsidiär Anwendung.
BeiWidersprüchen zwischen derBerufsordnung eines
Gliedverbandes undder Berufsordnungder FSPgeht
letztere vor.
Art. 3Verhältniszur Gesetzgebung
DieBundesgesetzgebungund diekantonale
Gesetzgebung gehendieserBerufsordnung vor.
Zu denmassgeblichen Erlassen zählen insbesondere:
Grund- undMenschenrechte
•Bundesverfassung derSchweizerischen Eidgenossen-
schaft vom18. April1999 (SR2101),TeilGrundrechte
•Konvention vom4.November 1950 zumSchutze der
Menschenrechteund Grundfreiheiten(EMRK;SR
0.101)
•Übereinkommen vom4.April 1997 zumSchutzder
Menschenrechteund derMenschenwürdeimHin-
blickauf dieAnwendung vonBiologieund Medizin
2Systematische Sammlung des Bundesrechts, siehe www.admin.ch.
(Übereinkommen über Menschenrechteund Biome-
dizin; SR 0.810.2)
•Übereinkommen vom20. November 1989 über die
Rechte desKindes(UN-Kinderrechtskonvention;SR
0.107)
Berufsrecht
•Bundesgesetzvom 18.März2011überdie Psycholo-
gieberufe(Psychologieberufegesetz,PsyG; SR …)3
•Schweizerisches Strafgesetzbuchvom 21.Dezember
1937 (StGB; SR 311.0),namentlichArt.321 und
321bis (Berufsgeheimnis)
•Schweizerisches Zivilgesetzbuchvom 10.Dezember
1907 (ZGB;SR210)
•Bundesgesetzvom 19.Juni1992überden Daten-
schutz (DSG;SR235.1)und kantonaleDatenschutz-
gesetzgebungen
•Bundesgesetzvom 30.März1911betreffenddie Er-
gänzungdes Schweizerischen Zivilgesetzbuches
(Fünfter Teil:Obligationenrecht [OR];SR220)
•Bundesgesetzvom 19.Dezember1986gegen denun-
lauteren Wettbewerb(UWG; SR 241)
•Bundesgesetzvom 13.März1964überdie Arbeit in
Industrie, Gewerbe undHandel(Arbeitsgesetz, ArG;
SR 822.11)
•Bundesgesetzvom …überdie ForschungamMen-
schen (Humanforschungsgesetz, HFG; SR …)4
•Kantonale Gesundheitsgesetzgebungen
2. Teil Allgemeine Regeln der
Berufsausübung
Aufder Grundlageder berufsethischen Prinzipien sind
alle Mitglieder derFSP beiihrer Berufsausübungver-
pflichtet, dienachfolgenden allgemeinen Regelneinzu-
halten.
2.1Sorgfaltspflichten, Kompetenzenund
Umgang mitethischen Konflikten
Art. 4Sorgfaltspflichten
DieMitgliederübenihren Berufsorgfältigund gewis-
senhaftaus.
Mitglieder beugen vorhersehbaren undvermeidbaren
Schädenvor.Sie bemühen sich,Missbräuche ihrer
Leistungen zu verhindern.
Mitglieder treffenbei bestehenderoderdrohender
Beeinträchtigungihrer beruflichen Handlungsfähigkeit
dienötigen Vorkehrungen.
Art. 5Kompetenzen
Mitglieder erbringen in eigener fachlicher Verantwor
tung nursolcheLeistungen,für diesie aufgrund ihrer
3Anwendbar ab Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes.
4Anwendbar ab Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes.
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Aus-,Weiter- oder Fortbildungoderihrer Erfahrung
über dienötigen Kenntnisse undFähigkeitenverfügen.
Fehlen Mitgliederndie nötigen Kenntnisse oder Fähig-
keiten,solehnensie einen Auftragaboderverweisen
dieKlientinnen oder Klientenbzw.die Patientinnen
oder PatientenanentsprechendqualifizierteFachper-
sonen. Vorbehalten bleibenNotsituationen.
Mitglieder sind zur ständigen FortbildunggemässFort-
bildungsreglementverpflichtet.
Art. 6Umgang mitethischenKonflikten
Mitglieder bemühen sich,ethische Konfliktsituationen
frühzeitig zu erkennen,und suchen dafürLösungen
aufder Grundlageeiner sorgfältigen Abwägung der
betroffenen Güterund Interessen.
BeiUnsicherheitenhinsichtlichdes berufsethischge-
botenen Handelns,oderfalls dieses in Konflikt mitder
Gesetzgebung oder anderenverbindlichen Regelungen
steht, können Mitglieder sich vonder BEKberaten
lassen.
Mitglieder sind berechtigt,berufsethischheikles Ver-
halten andererMitgliederder Berufsethikkommission
(BEK)der FSPzumelden. Unbegründete undnicht
aufklare Verdachtsmomente beruhende Anschuldi-
gungen sind zu unterlassen.
2.2GestaltungmenschlicherBeziehungen
a) Allgemeine Rechte undPflichten
Art. 7Vertragsfreiheit
Mitglieder sind frei,Aufträgevon Klientinnen und
Klientenbzw.Patientinnen undPatientenanzunehmen
oder abzulehnen. Vorbehalten bleiben arbeitsrechtliche
Verpflichtungen,behördlichodergerichtlich veran-
lasste Massnahmen oder Notsituationen.
Mitglieder drängen ihre Leistungen nichtauf.Sie un-
terlassenunrealistischeVersprechungen über Behand-
lungs-,Beratungs-odersonstigeErfolge.
Art. 8Diskriminierungsverbot
Mitglieder dürfen beiihrer Berufsausübungniemanden
diskriminieren,namentlichnicht wegen desGeschlechts,
desAlters, einer Behinderung, derRasse, derHerkunft,
dersozialen Stellung,der Lebensform oder derreligiösen
oder weltanschaulichen Überzeugungen.
Mitglieder bemühen sich,diskriminierendeVerhaltens-
weiseninihrem Einflussbereichzuverhindern.
Art. 9Verbotmissbräuchlicher Beziehungen
Mitglieder dürfen diesichaus ihrerBerufsausübung
ergebendenBeziehungen nichtmissbrauchen. Insbe-
sondereunterlassen siealleArten vonbelästigendem,
sexuellem oder ausbeuterischem Verhalten.
Mitglieder verzichtenauchauf jede Form vonideolo-
gischeroderreligiöserBeeinflussung.
Art. 10 Vermeidung vonInteressenkonflikten
Mitglieder sind bestrebt, mögliche Interessenkonflikte
zu vermeiden. Insbesonderelehnensie Aufträge bei
bestehendenoderdrohendenInteressenkonfliktenab.
Mitglieder gehen keinemultiplen Beziehungen ein,
wenndiese geeignet sind,ihr professionellesUrteil
oder Handelnzubeeinträchtigen. Eine multiple Bezie-
hung liegtdannvor,wenndas Mitglied nebender be-
ruflichen Beziehunggleichzeitigineinem engen nicht-
beruflichen Verhältnis zu einer Person oder zu einer
dieser nahe stehenden Person stehtoderein solches
eingehenwill.
b) Besondere Rechte undPflichten
Art. 11 VerhaltengegenüberKlienten/innen und
Patienten/innen
Mitglieder verhalten sich gegenüberihren Klientinnen
undKlientenoderPatientinnen undPatientenstets
professionellund korrekt.
Mitglieder weisen darauf hin, wennsie aufVeranlas-
sung vonDritten,insbesondere vonGerichten oder
Behörden, tätigwerden.
Mitglieder klären ihre Klientinnen undKlientenoder
Patientinnen undPatientenbzw.deren gesetzliche
Vertretung in verständlicherund sachlicher Form hin-
reichendauf,insbesondere über Artund Umfang der
beabsichtigten diagnostischen,therapeutischen oder
anderenVerfahren oder Methoden.
Mitglieder führen dasAufklärungsgespräch mitder nö-
tigen Sorgfalt durch. Siesindbestrebt, dabeiunnötige
Belastungen derKlientinnen undKlientenoderPatien-
tinnen undPatientenzuvermeiden.
Art. 12 VerhaltengegenüberBerufskolleginnen und
-kollegen
DieMitgliederverhalten sich gegenüberihrem Berufs-
standloyal.
Mitglieder verhalten sich gegenüberihren Berufskolle-
ginnen und-kollegen kollegial. Namentlich
a) begegnen sieBerufskolleginnen und-kollegen mit
Respekt undäussern keineunsachlicheKritik an
derenBerufsausübung;
b) zeigen siekeinunlauteresWettbewerbsverhalten,
indemsie beispielsweise Klientinnen undKlienten
oder Patientinnen undPatienten, diemit einer
Berufskollegin oder einem Berufskollegen in einem
Auftragsverhältnis stehen, aktivabwerben.
Mitglieder dürfen eine Berufskollegin oder einen Be-
rufskollegen vertraulich darauf hinweisen, wennsie bei
ihroderihm berufsethischheikles Verhaltenerkennen.
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Mitglieder sind verpflichtet, beiStreitigkeitenmit an-
derenMitgliedern wegen unkollegialen Verhaltens vor
derEinleitung eineszivil-oderstrafrechtlichen Verfah-
rens an dieSchlichtungsstelleder FSPzugelangen.
Art. 13 VerhaltengegenüberMitarbeitenden und
Auszubildenden
Mitglieder sind im Rahmen ihres Zuständigkeitsbe-
reichs verpflichtet, Mitarbeitendenund Auszubilden-
denangemessene Arbeitsbedingungen,rechtskonforme
schriftliche Arbeitsverträgeund vertragskonforme
Schulung anzubieten.
Im Übrigen geltendie Bestimmungen desObligatio-
nenrechtsund desSchweizerischen Arbeitsrechts
(Arbeitsgesetzund einschlägigeSpezialgesetze).
Art. 14 VerhaltengegenüberAngehörigen anderer
Berufe
Mitglieder verhalten sich gegenüberMitgliedern ande-
rerBerufsgruppen offenund kooperativ.
2.3Datenschutz,Schweigepflicht und
Dokumentation
a) Datenschutz
Art. 15 Datenschutzkonformitätund Datensicherheit
DieBearbeitung, namentlichdie Erhebung,Aufzeich-
nung,Verwendung, AufbewahrungoderBekanntgabe
vonPersonendaten, insbesondere vonbesonders schüt-
zenswertenPersonendatenüberdie Gesundheitoder
dieIntimsphäre,mussinÜbereinstimmungmit der
Bundesgesetzgebung undder kantonalen Gesetzgebung
erfolgen.
Mitglieder müssen Personendaten, insbesondere auf
Datenträgern, vordem Zugriffund derKenntnisnahme
durchUnberechtigte sichern.
b) Schweigepflicht
Art. 16 Grundsatz
Mitglieder sind zur Geheimhaltung über allesver-
pflichtet, wasihnen im Rahmen ihrerpsychologischen
Tätigkeitanvertrautwordenist oder wassie wahrge-
nommenbzw.erfahren haben.
DieSchweigepflicht derMitgliederbesteht auchgegen-
über Angehörigen derKlientinnen undKlientenoder
Patientinnen undPatienten, gegenüber Berufskolle-
ginnen und-kollegen sowiegegenüber Vorgesetzten.
Mitglieder weisen ihre Mitarbeitendenund Hilfsper-
sonen aufderen Schweigepflichthin undbelehrensie
entsprechend. DieseBelehrung istschriftlich festzu-
halten.
DieSchweigepflicht dauert über dasAuftragsende
hinaus,solange einGeheimhaltungsinteresse besteht.
Dies gilt auchimFalldes Todesder Klientinoderdes
Klientenbzw.der Patientinoderdes Patienten.
Art. 17 Ausnahmen vonder Schweigepflicht
Mitglieder sind vonder Schweigepflichtbefreit gegen-
über Berufskolleginnen und-kollegen oder anderen
Fachpersonen,die gleichzeitig mitdenselben Klien-
tinnen oder Klientenbzw.Patientinnen oder Patienten
arbeiten,ausserdiese bestimmen etwasanderes.Dies
gilt soweitangezeigt auchgegenüber Zuweisenden
vonKlientinnen undKlientenoderPatientinnen und
Patienten.
Mitglieder sind vonder Schweigepflichtauchbefreit
gegenüber Vorgesetzten,Mitarbeitendenund Hilfsper-
sonen,die in fachlicher oder administrativer Hinsicht
in ihre psychologischeTätigkeit einbezogen sind.
In diesen Fällen sind Mitglieder vonder Schweige-
pflichtnur soweitbefreit,als dies ausfachlichen bzw.
administrativenGründen nötigist.
Art. 18 Bekanntgabevon geschütztenInformationen
Mitglieder dürfen derSchweigepflicht unterliegende
Informationen Drittennur bekanntgeben,wenndie
nachweisliche Einwilligung derKlientinoderder
Klientenbzw.der Patientinoderdes Patientendazu
vorliegt,ein Bundesgesetz oder einkantonalesGesetz
dies verlangt,die zuständige Behörde dasbetreffende
Mitglied vonseiner Schweigepflichtentbunden hat
oder eine akuteNotsituation gegebenist.
Beider BekanntgabedürfenMitgliedernur diezwin-
gend benötigten Informationen bekanntgeben.
Art. 19 Weiterverwendung vongeschützten
Informationen
Mitglieder dürfen dieder Schweigepflichtunterlie-
genden Informationen zu didaktischen,statistischen,
Forschungs-oderPublikationszwecken anonymisiert
weiterverwenden.
Informationen geltenals anonymisiert,wennRück-
schlüsse aufkonkreteKlientinnen oder Klientenbzw.
Patientinnen oder Patientennicht oder nurmit unver-
hältnismässigem Aufwandmöglich sind.
c) Dokumentation
Art. 20 Aufzeichnungund Aufbewahrung
Mitglieder habenüberdie im Rahmen ihrerpsycholo-
gischen Tätigkeitgemachten Feststellungen undgetrof-
fenen Massnahmen ausreichendeAufzeichnungen zu
machen.
DieAufzeichnungen sind mindestens zehn Jahreauf-
zubewahren.
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