Telechargé par stephan.rupp

Merkverse Latein (Rupp)

publicité
Merkverse Latein
1) Merkvers zu den Besonderheiten der Deklination der Pronominaladjektive:
ūnus, sōlus, tōtus, ūllus,
uter, alter, nĕŭter, nūllus,
alius1 erfordern alle
„-īus“ in dem zweiten Falle,
und im Dativ enden sie
immer auf ein langes „-ī“.
Der „zweite Fall“ ist selbstverständlich der Genitiv…
Neben den Pronominaladjektiven bilden auch folgende
Pronomina den Genitiv mit „-īus“ und den Dativ mit „-ī“:
ille, iste, ipse
2) Merkvers zu den Präpositionen mit Ablativ:
Die Präpositionen all
regieren stets den vierten Fall.
Doch ā und ab, ē, ex und dē,
cum und sĭne, prō und prae
verbinde mit dem Ablativ,
denn sonst geht die Sache schief!
Merk dir auch cōram pūblicō,
denn da ist es ebenso.
Bei in, sub, super ist es so:
Beim Ablativ wir fragen „wo?“,
beim Wenfall fragen wir „wohin?“,
genauso wie beim deutschen „in“.
Der „vierte Fall“ ist – genauso wie der „Wenfall“ – selbstverständlich der Akkusativ…
1
Der Genitiv von alius, also alīus, ist allerdings – nicht zuletzt da er im Schriftbild ja identisch ist mit dem Nom. Sg. m – ungebräuchlich und wird i. d. R. durch die Form alterīus ersetzt.
© Stephan Rupp 2012/2019
1
Merkverse Latein
3) Merkvers zu den Indefinitpronomina (= unbestimmten Pronomina):
sī, nisī, nē und num,
stoßen immer ali- um!
Bei den Indefinitpronomen, die mit ali- (= irgend-) beginnen (z. B. aliquis = (irgend) jemand, aliquid = irgend
(etwas), aliquandō = irgendwann (einmal), einmal, einst),
entfällt nach den im Merkvers genannten Wörtern das ali-,
ohne daß sich die Bedeutung ändert. Dies gilt auch nach
R e l a t i v e n (Relativpronomina und Relativadverbien)
und F r a g e w ö r t e r n .
Bsp.: sī quis dīceret … (statt: sī aliquis dīceret)
= wenn jemand sagen würde …
Vgl. den ganz analogen (leicht umgangssprachlichen)
Gebrauch im Deutschen:
Bsp.: wenn was Wichtiges anliegt (statt: wenn (irgend)
etwas Wichtiges anliegt)
4) Merkvers zur Genitivergänzung nach bestimmten Adjektiven:
„begierig“, „kundig“, „eingedenk“,
„teilhaftig“, „mächtig“, „voll“
regieren stets den Genitiv,
was jeder wissen soll.
Nach Adjektiven dieser Bedeutung und ihren jeweiligen
Gegenteilen steht im Lateinischen der Genitiv (Genitivus
obiectivus bzw. partitivus):
cupidus vīnī = begierig nach Wein
(im-) perītus linguae Latīnae = der lateinischen Sprache
(un-) kundig
(im-) memor beneficiī = („der Wohltat (nicht) vergessend) die Wohltat
(nicht) vergessend
particeps ratiōnis = („der Vernunft teilhaftig“) vernunftbegabt
compos mentis = seiner Sinne mächtig
plēnus superbiae = voll(er) Stolz
u. v. m.
5) Merkvers zu den Multiplikativa (Vervielfältigungszahlwörtern):
In die Semmel biß der Kater.
Eselsbrücke für die Multiplikativa:
semel = einmal,
bis = zweimal,
ter = dreimal,
quater = viermal.
Die weiteren Multiplikativa werden regelmäßig gebildet,
indem man -iēs (-iēns) an das Zahlwort (Kardinale) anhängt, also:
quīnquiēs (quīnquiēns) = fünfmal
sexiēs (sexiēns) = sechsmal etc.
2
© Stephan Rupp 2012
Merkverse Latein
6) Merkvers zur Rektion der Verben: Genitiv:
piget, pudet, paenitet
taedet atque miseret.
Diese unpersönlichen Verben regieren den Genitiv:
laboris me piget = meine Arbeit verdrießt mich
stultitiae me pudet = ich schäme mich für meine Dummh.
iniuriae eum paenitet = das Unrecht reut ihn
vītae me taedet = ich bin des Lebens überdrüssig
reī pūblicae me miseret = der Staat tut mir leid
7) Merkvers zu den Genusregeln der 3. Deklination:
Auf das Geschlecht gebt ja gut acht,
damit ihr keine Fehler macht!
Brauch männlich die auf -or, -er, -ōs
und die auf -es, doch diese bloß,
wenn sie in ihrem zweiten Fall
vermehren ihre Silbenzahl.
Doch marmor, aequor, cŏr („das Herz“)
cadāver, iter, aes („das Erz“)
ōs („der Mund“) und ŏs („Gebein“),
die müssen immer Neutra sein.
Als weiblich aber merk dir bloß
noch sĕgĕs, quiēs, mercēs, dōs.
Gebrauche weiblich die auf -ō,
auf -ās, -aus, -x geradeso,
und die auf Konsonant und -s
bezeichnen stets nur Weibliches.
Gleichsilb‘ge auch auf -ēs und -is
sind feminini generis.
Doch ōrdō, sermō, pūgiō,
fōns, mōns, pōns, dēns ebenso,
auch grex und vertex, verticis
sind masculini generis.
(Forts. nächste Seite)
© Stephan Rupp 2012
3
Merkverse Latein
Desgleichen die auf -nis und -guis
und auch die folgenden auf -is:
collis, fascis, lapis, mēnsis.
Als Neutrum aber ganz allein
vās („das Gefäß“) gemerkt will sein.
Auf -men, -us, -ur und -e, -al, -ar,
die stellen sich als Neutra dar;
auch lac und caput, capitis,
sind stets neutrius generis.
Doch mūs und lepus, sōl und sāl
gebrauche männlich überall;
als weiblich tellūs gelten muß,
wie auch die Dentalstämm‘ auf -ūs.
Umfassender Merkvers zum Genus der lateinischen Substantive der 3. Deklination (= konsonantische Dekl., ī-Dekl.,
Mischdekl.), der natürlich hauptsächlich bei der Textproduktion bzw. Deutsch-Latein-Übersetzung relevant ist.
8) Merkvers zu den Personalendungen des Präsensstamms:
Nach O|s|t mus tise Ente geh’n!
Merkvers zu den Personalendungen des Präsensstammes:
• -ō = ich …
• -mŭs = wir …
• -s = du …
• -tĭs = ihr …
• -t = er/sie/es …
• -nt = sie (Pl.) …
9) Merkvers zur Wortstellung in der Kombination Gattungsname (Titel) – Eigenname:
Philippus rēx Măcĕdŏnŭm –
der Titel, der g’hört „hendanum“!
Merkvers zur lateinischen Wortstellung beim Aufeinandertreffen von Gattungsname (Appellātīvum) (bsd. bei Titeln)
und Eigenname (Nōmen proprium): Der Römer stellt das
Appellativum (den Titel) in aller Regel h i n t e r den
Eigennamen!
Also:
Philippus rēx = König Philipp
Philippus rēx Măcĕdŏnŭm = der Makedonenkönig Philipp
Vgl. auch: Sy−rus servus = der Sklave Syrus
4
© Stephan Rupp 2012
Téléchargement
Explore flashcards